Brusterkrankungen

Bei den Frauen ist der Brustkrebs das zweithäufigste Karzinom (nach dem Hautkrebs) und die zweithäufigste Todesursache durch Krebs nach dem Lungenkrebs. 1 von 8 Frauen wird wahrscheinlich im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs erkranken. Also 12,5% der Frauen werden vom konkreten Karzinom befallen, und 3,4% sterben daran.

Diagnose - Vorbeugung

Diagnose und Vorbeugung erfolgen durch:

  1. Selbstuntersuchung
  2. Klinische Untersuchung (durch den Arzt)
  3. Mammografie

Selbstuntersuchung

pathiseis-mastoy-1.pngDie Selbstuntersuchung (Abtasten der Brüste durch die Frau selbst) sollte einmal monatlich nach dem Ende der Monatsblutung ab dem Alter von 25 Jahren erfolgen. Nach den neuesten Erkenntnissen benötigt die Frau keine Schulung über die Art und Weise der Selbstuntersuchung. Es genügt, wenn sie mit der „Struktur – Konsistenz“ und der Form ihrer Brüste vertraut ist, sie soll also von allein ihre Brüste kennen lernen. Bei jeglicher Veränderung soll sie die Meinung eines Chirurgen einholen.

Verdächtige Anzeichen, die eine weiterführende Untersuchung erfordern, sind:

  • Tastbarer kleiner Knoten in der Brust oder der Achselhöhle
  • Verdicktes Gebiet in der Brust oder der Achselhöhle
  • Einziehung der Haut oder der Brustwarze
  • Ausscheidungen aus der Brustwarze

Klinische Untersuchung

Die klinische Untersuchung (für Frauen mit mittlerem Risiko) erfolgt durch den Chirurgen nach dem Alter von 20 - 30 Jahren alle 1 - 3 Jahre bis zum 40. Lebensjahr, und danach jährlich (zusammen mit der präventiven Mammografie).

Mammografie

Verschiedene Studien haben bestätigt, dass die Früherkennung durch Mammografie die Lebenserwartung steigert. Es werden zirka 80% - 90% der asymptomatischen Karzinome entdeckt. Sie sollte im Alter von 40 Jahren beginnen und jährlich wiederholt werden (gemäß den Empfehlungen der meisten Organisationen, die sich mit Brusterkrankungen beschäftigen). Wann sie nicht mehr durchgeführt zu werden braucht, ist umstritten. Gewöhnlich wird im Alter von 65 – 70 Jahren, oder wenn die Lebenserwartung geringer als 5 – 10 Jahre ist, die Untersuchungsserie eingestellt.

Knötchen in der Brust

Knötchen in der Brust sind häufiger im mittleren und fortgeschrittenen Alter als bei jungen Mädchen. Allgemein müssen wir wissen, dass nur 1 von 10 Knötchen bösartig ist. Bei jungen Frauen ist ein Knoten in der Brust sehr selten Krebs. Wir sollten beachten, dass in den meisten Fällen von Krebs die Heilungschancen umso besser sind, desto kleiner der Tumor ist. Außerdem ist in diesen Fällen die Brusterhaltung wahrscheinlicher, es wird also eine Tumorexzision anstatt einer Mastektomie durchgeführt, und die Frau verliert nicht ihren Busen.

Absonderungen aus der Brustwarze

Es handelt sich um Sekrete, die aus der Brustwarze austreten, obwohl keine Schwangerschaft vorliegt oder gestillt wird. Ihre Farbe kann weißlich, grünlich, gelblich oder auch blutig sein. Sie können aus einer oder aus beiden Brüsten, aus einer oder mehreren Milchgängen, spontan oder erst nach Druck auf die Brustwarze austreten. Das Sekret kann auf eine Entzündung, Papillom oder Karzinom hindeuten. Nicht jede Absonderung bedeutet also Krebs, aber die Beratung beim Spezialisten ist jedenfalls erforderlich.

Hauteinziehung

Die Haut oder die Brustwarze kann nach innen eingezogen sein. Es kann eine Entzündung oder Krebs die Ursache sein. Auch hier muss der Spezialist gefragt werden.

Wie wird der Brustkrebs behandelt?

Der Brustkrebs wird mit folgenden Methoden behandelt:

  1. durch chirurgischen Eingriff
  2. mit Strahlentherapie
  3. mit Chemotherapie
  4. mit Hormontherapie

Der chirurgische Eingriff kann mit einer Entfernung des Tumors (Tumorexzision) oder der gesamten Brust (Mastektomie) erfolgen. Gleichzeitig werden einer oder mehrere Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt. Nach jeder Tumorexzision und in bestimmten Fällen der Mastektomie schließt sich eine Strahlentherapie an. Nach jedem Fall einer Mastektomie kann danach die Brust durch einen plastischen Eingriff wiederhergestellt werden. Diese plastische Rekonstruktion kann sofort erfolgen, also gleichzeitig mit der Mastektomie, oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Genetische Prädisposition für Brustkrebs

pathiseis-mastoy-2.pngJeder Mensch wird mit 2 Chromosomensätzen geboren. Die Hälfte stammt von seiner Mutter, und die andere Hälfte von seinem Vater. Im Fall einiger Familien entsteht der Krebs durch einen Defekt in einem dieser Gene, der Mutation genannt wird.

So wurde entdeckt, dass für Brustkrebs und Eierstockkrebs 2 Gene, BRCA1 und BRCA2, eine sehr wesentliche Rolle spielen. Wenn sie mutiert sind, ist das Risiko für das Auftreten von Brustkrebs sehr hoch (>80%). Die Entscheidung, eine genetische Untersuchung durchzuführen, um festzustellen, ob eine Frau die Mutation dieser Gene in sich trägt, erfolgt durch den Facharzt basierend auf ihrer familiären Anamnese.

Falls die genetische Untersuchung negativ ist, beschränkt sich das Risiko für die Frau auf das Risiko der Allgemeinbevölkerung. Wenn sie jedoch positiv ist, dann gehört die Frau zur Hochrisikogruppe für die Entstehung von Brustkrebs oder Eierstockkrebs. Bis zum Alter von 70 Jahren werden 85% der Frauen mit Mutation des Gens BRCA1 am Mammakarzinom erkranken, und 64% am Ovarialkarzinom. Wenn sie keine Mutation in sich trägt, hat sie dasselbe Risiko wie die Allgemeinbevölkerung. Der Facharzt wird sie beraten und ihr vorhandene alternative Lösungen bezüglich der Prävention und den Auswirkungen auf ihre Kinder erklären.

Mann und Brustkrebs

Auf 100 Brustkrebsfälle bei Frauen kommt auch 1 Brustkrebs beim Mann. Obwohl das Mammakarzinom bei Männern selten auftritt, kann der Mann mit Brustkrebs oder mit einer belasteten familiären Anamnese die Prädisposition – das Risiko an seine Kinder vererben.

Andere Brusterkrankungen

Jedes Knötchen in der Brust ist nicht unbedingt Krebs. Genauer gesagt ist es bei 9 von 10 Malen kein Karzinom. Ein tastbarer Knoten kann ein Fibroadenom, eine Zyste, ein Lipom, ein Hämatom u.a. sein.

Fibroadenom

Es sind gutartige Tumore der Brust. Gewöhnlich tauchen sie bei jungen Frauen auf. 6 von 10 Knötchen, die bei Frauen unter 20 Jahren auftreten, sind Fibroadenome. Oftmals bilden sie sich wieder zurück (verschwinden), sie können sich aber auch vergrößern. Sie müssen nicht entfernt werden, wenn wir absolut sicher sind, dass es sich um ein Fibroadenom handelt, insbesondere wenn sie kleiner als 4 cm sind.

Zysten

Es sind Flüssigkeitsansammlungen in der Brust, die sich bilden können, wenn das Gewebe altert (gewöhnlich treten sie nach dem 30. Lebensjahr und insbesondere vor dem Eintritt der Menopause auf). Sie werden durch Entfernung der Flüssigkeit und ihrer Untersuchung behandelt.

Mastodynie

Die Schmerzen in der Brust werden Mastodynie oder Mastalgie genannt. Es gibt 2 Typen der Mastalgie, die zyklische (die mit dem Zyklus in Verbindung steht und vor der Monatsblutung am stärksten ist) und die nicht zyklische (die keine Beziehung zum Menstruationszyklus hat). Die Schmerzen der nicht zyklischen Mastodynie können entweder in der Brust selbst entspringen (z.B. Entzündung, Verletzung), oder ihre Ursache liegt außerhalb der Brust, die Schmerzen strahlen jedoch in sie aus (wie Arthrosen, interkostale Neuralgie). Bei der nicht zyklischen Mastodynie wird die Ursache des Schmerzes behandelt. Bei der zyklischen Mastalgie sollte die Patientin beruhigt werden, und gewöhnlich gehen die Schmerzen in wenigen Monaten zurück. Anderenfalls wird zuerst eine Veränderung der Lebensgewohnheiten empfohlen (Verringerung des Kaffeins, Gewichtsabnahme, sportliche Betätigung, gute Anpassung des Büstenhalters), und wenn die Schmerzen bestehen bleiben, gehen wir zur medikamentösen Behandlung über.